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Kurzporträt: Wolfgang Eckert

Autorin: Marianne Jacob

V.l.: Walter Flegel, Ernst Kreitlow, Wolfgang Eckert. Foto beim Ernteeinsatz während des Studiums (1962). Mit freundlicher Genehmigung von Wolfgang Eckert.

Wolfgang Eckert gehört neben Gerd Bieker, Günter Glante, Ernst Kreitlow und Alfons Linnhofer zu einem der frühen Studienjahrgänge am Institut für Literatur in Leipzig. Eckert studierte von 1960 bis 1963 bei den Dozent*innen Max Walter Schulz, Trude Richter sowie Kurt Kanzog. Zu seiner Studienaufnahme äußerte er:

„Mit Kreitlow, den ich aus seiner Meeraner Zeit gut kannte, bewarb ich mich gleichzeitig am Institut. Wir legten keinerlei literarischen Proben vor. Er war stellvertretender Leiter der Abteilung Kultur und ich Weber. Er wurde angenommen, ich abgelehnt. Ich glaubte, Alfred Kurella ist der Institutsdirektor. Also schrieb ich ihm einen verbitterten Brief. Der Brief wurde ihm ungeöffnet nach Berlin gesendet. Kurella schrieb an das Institut und ich wurde nachtäglich immatrikuliert. Lange fühlte ich mich dort als Eindringling. Aber das legte sich bald. Aus heutiger Sicht bin ich der erfolgreichste Absolvent dieser Seminargruppe 1960 bis 1963“.

E-Mail Auskunft an M. Jacob vom 04.01.2022. Mit freundlicher Genehmigung von Wolfgang Eckert.
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Trude Richters tabuisierte Erinnerungen

Aus dem Seminar: Quellenstudie zu zwei Briefen

Im Projektseminar „DDR-Literaturgeschichte aus Quellen“, das im Sommer 2021 von Birgit Dahlke an der Humboldt-Universität zu Berlin geleitet wurde, erstellten Studierende Essays zu einzelnen Quellen aus der DDR-Literaturgeschichte. Einige dieser Arbeiten stellen wir hier in gekürzter Fassung vor. Vielen Dank an Luisa Sarina Möllmann für die Einwilligung zur Publikation!

Autorin: Luisa Sarina Möllmann

Die Rückschau auf historische Ereignisse sowie Prozesse birgt häufig die Gefahr der Verallgemeinerung. Auch die Geschichtsschreibung zur DDR-Literatur ist davon zumindest (aber nicht nur) populärwissenschaftlich nicht frei. Allzu oft wird davon gesprochen, dass es für Autor*innen eine klare „Rote Linie“ gegeben habe, die zu überschreiten von staatlicher Stelle nicht genehmigt war. Aus dem Blick gerät bei dieser Feststellung, dass das zu Sagen Mögliche zeitlich veränderlich war und dass Thementabus von gesellschaftlichen Prozessen, politischen Entwicklungen, aber auch von persönlichem Einsatz beeinflussbar waren. Ein Beispiel dafür ist der Vergleich von zwei Briefen, die Max Walter Schulz am 23.05.1984 und 20.10.1987 an Trude Richter schrieb anlässlich einer geplanten Veröffentlichung von Lebenserinnerungen Richters in der Zeitschrift „Sinn und Form“, deren Chefredakteur er war.

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