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Archiv des Autors: Florian Glück

Kurzporträt: Gunter Preuß

Autorin: Marianne Jacob

In einem Unterrichtsraum des Literaturinstituts J. R. Becher, rechts: Gunter Preuß und links Peter Biele mit einer unbek. Person. Mit freundlicher Genehmigung von Gunter Preuß

Fast unbemerkt von den großen Medien erschien im Coronajahr 2021 die Geschichte „Neues von Gretel und Hänsel“ von Gunter Preuß im Leipziger Engelsdorfer Verlag. Preuß, der die Handlung des weltbekannten Märchens der Brüder Grimm in die heutige Zeit überträgt und damit auch neue Fragen aufwirft, hat dieses Buch nicht nur für Kinder, sondern auch besonders für Erwachsene geschrieben. Die Rezension von Ralf Julke, ebenfalls ehemaliger Absolvent des Leipziger Literaturinstituts, ist tiefgehend, deutend und aufrüttelnd.[1]Vgl. Julke, Ralf. [Rez.] In: Die Leipziger Zeitung (L-IZ) 18. Februar 2021.

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References

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1 Vgl. Julke, Ralf. [Rez.] In: Die Leipziger Zeitung (L-IZ) 18. Februar 2021.

Kurzporträt: Rolf Merckel

Autorin: Marianne Jacob

10 Jahre, nachdem der Deutsche Fernsehfunk mit einem Sender seinen regulären Programmbetrieb aufnahm, begann am 3. September 1967 die Ausstrahlung der ersten Vorabend-Serie im Fernsehen der DDR „Harras, der Polizeihund“ mit der Folge 1 „In letzter Minute“. Szenarist war Rolf Merckel.[1]Obwohl sich Merckel nicht mehr an der Fragebogenaktion beteiligen konnte, wurde er in diese Reihe aufgenommen, da der Verfasserin der handgeschriebene Lebenslauf vorlag. – Vgl. Sammlung Jacob, 1959. Held der Filme, die mit Unterstützung der Deutschen Volkspolizei entstanden und im Studio Halle des DFF produziert wurden, ist Spürnase „Harras“. Er hilft bei der täglichen Polizeiarbeit, Verbrechen aufzudecken und stöbert Straftäter, wie Einbrecher, Brandstifter und Mörder auf. Ausgestrahlt wurden insgesamt nur 3 Folgen der ursprünglich 8-teiligen Serie. 3 Teile davon, bei denen Merckel Autor und Szenarist ist[2]Merckel, Rolf: Szenarium für: F. 5: Mord im Hafen; F. 6: Spiel mit dem Leben, F. 7: Die Party. – Recherche Marianne Jacob., wurden nicht gezeigt, obwohl darin bekannte Schauspieler, wie Hans-Edgar Stecher, Vera Oelschlegel und Jürgen Zartmann (später in Polizeiruf 110) mitwirkten. Die Filme wurden 2016 digital restauriert und als DVD herausgegeben (Studio Hamburg Enterprises); Folge 3 gilt heute leider als verschollen.[3]Vgl. Studio Hamburg Enterprises (Hg.): Harras der Polizeihund. DDR TV-Archiv. 2016 [DVD]. Die Serie „Harras“ stand in der Tradition des russischen Filmes „Polizeihund Muchtar“ (1965 im Kino der DDR gezeigt, 1968 im DFF), der wiederum Vorbild für die österreichische Fernsehserie „Kommissar Rex“ wurde.

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References

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1 Obwohl sich Merckel nicht mehr an der Fragebogenaktion beteiligen konnte, wurde er in diese Reihe aufgenommen, da der Verfasserin der handgeschriebene Lebenslauf vorlag. – Vgl. Sammlung Jacob, 1959.
2 Merckel, Rolf: Szenarium für: F. 5: Mord im Hafen; F. 6: Spiel mit dem Leben, F. 7: Die Party. – Recherche Marianne Jacob.
3 Vgl. Studio Hamburg Enterprises (Hg.): Harras der Polizeihund. DDR TV-Archiv. 2016 [DVD].

Kurzporträt: Horst Seidel

Autorin: Marianne Jacob

Horst Seidels Texte sind zeitbezogen, bodenständig und kritisch. Seine Protagonisten sind stets, wie auch in den Werken von Hans Fallada, die kleinen Leute. In seinem Buch „Warten auf Anschluss“, in dem Seidel mehrere Prosatexte vereint, stechen neben der Titelgeschichte „Die tragischen Abstürze einer Büroklammer“ auch „Drei Wünsche einiger Autoren an die Politik“ sowie die Erzählung „Die Katze II“ hervor, in der die Alltagswelt der Verwaltungsangestellten „Frau Müller“ geschildert wird:

„Im fünften Jahr nach der Wende durfte Frau Müller bei einer Behörde arbeiten und hatte berechtigte Hoffnungen gehegt, fest eingestellt zu werden […]. Ihr Dienstherr war ein Verkehrsamt, das hatte mit Kraftfahrzeugen zu tun, und denen gehörte […] die Zukunft auf dem Markt. Diesen nun, statt der früheren Planwirtschaft vertrauend, fühlte sich Frau Müller jung und dynamisch. Und sie war es auch.“[1]Horst Seidel: Warten auf Anschluss. Unterwegs lesen, Dresden 2012, S. 44. Die Protagonistin ordnet Karteien, händigt KFZ-Papiere aus, wird mit Computerarbeiten vertraut und versorgt die Bürokatze Mizzi: „Es war ein schöner Sommer und Mizzi passte gut in die Grünanlagen vor dem Gebäude. Eines Tages bedauerte der Chef, Frau Müller im sogenannten ABM-Verhältnis und also überhaupt weiterbeschäftigen zu können. Etwas später war auch die Katze weg.“ Die Erzählung schließt so lakonisch wie tragisch: „Anfangs wurden beide noch vermisst: Müller und Mizzi. Und so sehr auch alle beider Verschwinden bedauerten, niemand suchte, nicht einmal in der Umgebung.“[2]Ebd., S. 45.

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References

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1 Horst Seidel: Warten auf Anschluss. Unterwegs lesen, Dresden 2012, S. 44.
2 Ebd., S. 45.

Präsentation der Forschungsplattform an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Im Dezember 2021 präsentierten Marianne Jacob, Jörn Kreutel und Steffen Martus die Forschungsplattform an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Unter dem folgenden Link erhalten Sie einen Einblick in den Arbeitsbericht.

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Kurzporträt: Ingrid Weissbach

Autorin: Marianne Jacob

„Ich wachte auf. Ich ging ins Institut. Andreas sagte: ‚Die krabbeln in Berlin wie Maikäfer über die Mauer. Und die Züge sind überfüllt. Wie auf der Flucht. Die krabbeln sogar auf die Dächer der Waggons‘. Die Mauer war tatsächlich weg“.[1]Weissbach, Ingrid. [Ausz. aus:] Einmal Welt bitte. Roman. Kapitel 16: Nervös, Leipzig 1989. [Ungedr.] Mit freundlicher Genehmigung von Ingrid Weissbach.

So beschreibt Ingrid Weissbach ihre Erinnerungen an den November 1989 in Leipzig. 

Weissbach, in Thüringen geboren, in Stralsund aufgewachsen, studierte von 1988 bis 1991 – im letzten Jahrgang in der DDR – am Literaturinstitut in Leipzig und lebt jetzt abwechselnd in Berlin und der Schweiz. Sie fühlt sich „als ‚Weltbürgerin‘ mit Wurzeln in der DDR“.[2]Email-Auskunft an M. Jacob vom 26. Febr. 2021. Die Veröffentlichung der folgenden Zitate erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Ingrid Weissbach.

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References

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1 Weissbach, Ingrid. [Ausz. aus:] Einmal Welt bitte. Roman. Kapitel 16: Nervös, Leipzig 1989. [Ungedr.] Mit freundlicher Genehmigung von Ingrid Weissbach.
2 Email-Auskunft an M. Jacob vom 26. Febr. 2021. Die Veröffentlichung der folgenden Zitate erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Ingrid Weissbach.

Kurzporträt: Wolfgang Eckert

Autorin: Marianne Jacob

V.l.: Walter Flegel, Ernst Kreitlow, Wolfgang Eckert. Foto beim Ernteeinsatz während des Studiums (1962). Mit freundlicher Genehmigung von Wolfgang Eckert.

Wolfgang Eckert gehört neben Gerd Bieker, Günter Glante, Ernst Kreitlow und Alfons Linnhofer zu einem der frühen Studienjahrgänge am Institut für Literatur in Leipzig. Eckert studierte von 1960 bis 1963 bei den Dozent*innen Max Walter Schulz, Trude Richter sowie Kurt Kanzog. Zu seiner Studienaufnahme äußerte er:

„Mit Kreitlow, den ich aus seiner Meeraner Zeit gut kannte, bewarb ich mich gleichzeitig am Institut. Wir legten keinerlei literarischen Proben vor. Er war stellvertretender Leiter der Abteilung Kultur und ich Weber. Er wurde angenommen, ich abgelehnt. Ich glaubte, Alfred Kurella ist der Institutsdirektor. Also schrieb ich ihm einen verbitterten Brief. Der Brief wurde ihm ungeöffnet nach Berlin gesendet. Kurella schrieb an das Institut und ich wurde nachtäglich immatrikuliert. Lange fühlte ich mich dort als Eindringling. Aber das legte sich bald. Aus heutiger Sicht bin ich der erfolgreichste Absolvent dieser Seminargruppe 1960 bis 1963“.

E-Mail Auskunft an M. Jacob vom 04.01.2022. Mit freundlicher Genehmigung von Wolfgang Eckert.
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Die Befragung von Autor*innen mittels Fragebögen

Autorin: Marianne Jacob

Wesentliche Teile der Forschungsdaten wurden mittels Befragungen noch lebender Autor*innen bzw. deren Angehöriger erhoben. Wenig strukturierte Fragebögen erwiesen sich dafür als besonders geeignet, denn begünstigt durch deren Offenheit gelang es, zahlreiche persönliche Erfahrungen sowie subjektiv Bedeutsames der so interviewten Schriftsteller*innen zu erhalten. Damit kann eine größere Bandbreite aufgezeigt werden. Die Erkenntnisse stellen zweifellos eine außerordentliche Bereicherung der Vielfalt und des Umfangs der „Forschungsplattform Literarisches Feld DDR. Autor*innen, Werke, Netzwerke“ dar. 

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